Intermittierendes Fasten und Onkologie: Wie gezielte Ernährung die Chemotherapie Toxizität reduzieren kann

Einleitung 

In den letzten Jahren ist das Interesse an kurzfristigem und intermittierendem Fasten (in verschiedenen Formen wie 5:2 oder abwechselndem Fasten) erheblich gewachsen, sowohl aufgrund der Vorteile für die Gewichtskontrolle als auch wegen der entzündungshemmenden Wirkungen. Im Bereich der Onkologie haben zahlreiche wissenschaftliche Studien gezeigt, dass diese Ernährungsstrategien die Sensibilität von Tumoren gegenüber traditionellen Behandlungen beeinflussen können, indem sie deren Toxizität verringern und gleichzeitig die Wirksamkeit der Therapien erhöhen. 

In den folgenden Abschnitten werden wir untersuchen, wie diese Ernährungsstrategien wirken und welche Vorteile sie bieten, wenn sie mit der Chemotherapie kombiniert werden, insbesondere in Bezug auf die Kontrolle der Glykation und Entzündung. 

Wie Kurz- oder abwechselndes Fasten den Zuckerstoffwechsel beeinflusst.

Es gibt verschiedene Formen des intermittierenden Fastens (kurz, abwechselnd und 5:2), aber die grundlegenden Mechanismen sind ähnlich: 

  • Reduktion der Entzündung: Während der Fastenphasen sinken die Blutzuckerwerte, wodurch die Produktion entzündungsfördernder Moleküle verringert wird. 
  • Aktivierung von Ketonen: Da der Körper nicht kontinuierlich auf Glukose angewiesen ist, beginnt er, Fettreserven zu nutzen und produziert Substanzen wie Ketonkörper, die als metabolische Signale zur Entzündung Regulation dienen. 
  • Verbesserte Insulinsensitivität: Die Schwankung in der Kohlenhydrataufnahme macht die Zellen empfindlicher gegenüber Insulin, was zu einer besseren Balance im Zuckerstoffwechsel führt.  Ursprünglich wurden diese Techniken vor allem bei Asthma und Arthritis untersucht. Erst später wurde der positive Einfluss auf die Regulierung des Zuckerstoffwechsels, die Gewichtskontrolle und neuerdings auch auf die Modulation von Krebs Prozessen erkannt. 

Glykation und „tumorale Rüstung“.

Viele neuere Studien (Ende 2021 https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35044789/ und Anfang 2022 https://www.science.org/doi/10.1126/scisignal.abj2807) bestätigen, dass ein Zuckermangel die Glykation und Glykosylierung begünstigt. Diese Phänomene schaffen eine Art „Schutzschild“ für Tumorzellen: 

  • Verminderte Immunabwehr: Ein Überschuss an Zucker ermöglicht es Tumoren, sich besser „zu tarnen“, wodurch sie weniger anfällig für Angriffe des Immunsystems werden. 
  • Auswirkungen auf die Therapie: Wenn die Glykationswerte hoch sind, können Behandlungen wie Chemotherapie und Strahlentherapie weniger wirksam sein; aus diesem Grund ist die Kontrolle des Blutzuckers Haushalts entscheidend. Die Erkenntnis, dass Techniken wie das Kurzfasten Blutzuckerspitzen reduzieren können, hat die Forschung dazu angeregt, diese Methoden in onkologische Protokolle zu integrieren, mit vielversprechenden Ergebnissen.

Integration von Fasten mit der Chemotherapie.

Die Idee, den Körper auf die Chemotherapie mit einem kurzen Fasten oder einer gezielten Kalorienrestriktion vorzubereiten, wurde von verschiedenen Forschungsgruppen untersucht: 

  • Studie in Biomedicines: Sie zeigte, dass 3 Tage Kalorienrestriktion vor oder nach der Chemotherapie die Nierentoxizität eines sehr starken Chemotherapeutikums (Cisplatin) verringern und gleichzeitig die Wirksamkeit der Behandlung steigern. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32028692/. 
  • Metformin und kohlenhydratarme Diät: In einigen experimentellen Protokollen nahmen Patienten Metformin (ein blutzuckersenkendes Mittel) während der Nacht und folgten am Tag der Chemotherapie einer zuckerarmen Diät, was die Vorteile der Behandlung verstärkte. 
  • Langfristige Perspektiven: Es ist sehr wahrscheinlich, dass die Integration dieser Ernährungsstrategien in Zukunft eine verbreitete Praxis wird, die auf dem Ernährungsprofil und den Glykationswerten jedes Einzelnen basiert. 

Die eigenen Glykationswerte für eine personalisierte Therapie kennen

Die Beziehung zwischen Zucker und Krebs wird zunehmend durch die Forschung dokumentiert, und die Möglichkeit, den eigenen Glykationsgrad zu messen, bietet ein wertvolles Werkzeug für Prävention und Unterstützung der Behandlung. 

  • Spezifische Tests: Diese bewerten die Entzündung durch Zucker und Lebensmittel (z. B. der PerMè-Test), was hilft, einen maßgeschneiderten Ernährungsweise zu definieren. 
  • Integrierter Ansatz: In verschiedenen medizinischen Zentren wie SMA wird der Ernährungsaspekt bei Patienten, die sich einer Chemotherapie oder Strahlentherapie unterziehen, stark betont, um die Ergebnisse der Behandlungen zu optimieren und gesunde Gewebe besser zu schützen. 

Schlussfolgerungen 

Immer mehr Studien zeigen, dass die Kombination von Chemotherapie und richtiger Ernährung, insbesondere durch Formen des intermittierenden oder kurzen Fastens, sehr vielversprechende Ergebnisse liefern kann: Die Nebenwirkungen werden reduziert, die Wirksamkeit der Medikamente wird gesteigert und das Immunsystem erhält zusätzliche Unterstützung. 

Dank der Fokussierung auf Glykation und Entzündung nimmt die Ernährung eine Schlüsselrolle in der modernen Onkologie ein und wird von einer bloßen „Unterstützung“ zu einem integralen Bestandteil aktueller und zukünftiger Behandlungsansätze. GEK Lab bietet personalisierte Tests und fortgeschrittene Analysen der Glykations- und Entzündungswerte und stellt nützliche Instrumente zur Verfügung, um individuelle Strategien in Zusammenarbeit mit Onkologen und Ernährungsberatern zu definieren. Das Endziel ist es, den Patienten zu helfen, die Krankheit mit mehr Bewusstsein zu bewältigen und den maximalen Nutzen aus den verfügbaren Therapien zu ziehen. Dies eröffnet auch Möglichkeiten für die Entwicklung innovativer therapeutischer Ansätze.